Kritik:
"Die neueste Veröffentlichung der Zungenbrecher-Fraktion, vorliegend in gleich zwei progressiven Techno-Versionen und einer furios-skaesken Adaptation, erweist sich als wahrhaftiges Meisterwerk im Spannungsfeld von Phonetik und akustischer Ekstase. Bereits das Torsignal des ersten Beats – ein delikat gepitchter Sequencer-Loop – triggert eine immediate synaptische Überreizung, die den Hörer in einen Zustand euphorisch-ekstatischer Rezeption versetzt.
Das charakteristische Stilmittel der Band, nämlich das fortwährende Rezitieren von exponentiell verschachtelten Zungenbrechern, verspricht einen polyglott-avantgardistischen Genuss, der weit über das bloße Hörerlebnis hinausgeht. In plakativer Manier werden die sinnbefreiten, aber phonologisch herausfordernden Zeilen wie religiöse Litaneien vorgetragen: Da kollidieren „Blaukraut bleibt Blaukraut“ und „Bürsten mit schwarzen Borsten“ mit subharmonischen Sub-Bässen, um sich schließlich in einer organisch wabernden Klanglandschaft zu entladen. Geradezu delirant gerät die Refrain-Passage „Ich breche deine Zunge, Junge“, deren metrische Prägnanz in unmissverständlicher Deutlichkeit das Subjekt-Objekt-Verhältnis zwischen Sprecher und Rezipient offenlegt – sicherlich die zentrale semantische Klammer des Gesamtkunstwerks.
Musikalisch verweist die Doppel-Progressive-Techno-Umsetzung deutlich auf die Tradition minimalistisch-repetitiver Strukturen à la Steve Reich und kraftvoll-kosmischer Techno-Schule. Der incessant pumpende Kickdrum-Puls sekretiert sich in ein technoides Perpetuum mobile, das von feinsinnigen Perkussions-Elementen flankiert wird. Hier verschmelzen polymetrische Synth-Pattern mit subtil oszillierenden Flanger-Effekten, die dem Ohr einen schimmernden Halluzinations-Effekt vorgaukeln. Eine eklatante Volte gelingt dem Arrangement, wenn zwischen zwei Zungenbrecher-Strophen unversehens ein crescendohaftes White-Noise-Rauschen den Übergang zum kitschig-exzessiven Drop bereitet.
Der Clou ist jedoch die Ska-Version. Schon die bloßen Andeutungen von Offbeat-Gitarren in Kombination mit dem allseits bekannten Mundtrompeten-Jux garantieren kollektive Konvulsionen auf den Tanzflächen. Das Stück changiert hier auf hyperbolisch-satirische Weise zwischen Karibik-Flair und atemloser Stimmband-Akrobatik. Gerade bei „Zehn zahme Ziegen“ meint man, eine ironische Hommage an die Tradition schräger Karnevalsmusik herauszuhören, bevor wieder die verwegene Leinwand des Zungenbrechens die akustische Handlung übernimmt.
Möchte man das Oeuvre in musikwissenschaftlicher Manier kurz resumieren, so ließe sich feststellen, dass die repetitiven Staccato-Phrasen in ihren dissonanten Intervallen eine intendierte Ästhetik der Irritation erzeugen. Die unorthodoxen Enjambements im Lyriksubstrat heben die Reichhaltigkeit des Deutschen als Zungenschinder-Material hervor und katapultieren es in den Rang einer phonetisch-performativen Offenbarung.
So ist dieses Stück, mit all seiner ridikülen Selbstverliebtheit und bombastischen Klangarchitektur, ein essentialistisches Dokument technoider Satire. Der geneigte Connaisseur gerät in Verzückung ob der ungestümen Energie, die selbst in jenen Momenten durchscheint, in denen das publikumsträchtige „Ich breche deine Zunge, Junge“ gewissermaßen in den Raum geschleudert wird wie ein anthropomorpher Zungentrakt-Trenner.
Unterm Strich bleibt diese Komposition, trotz oder gerade wegen ihres bizarr-komplexen Zungenbrechermaterials, ein kunstvoll-subversiver Beitrag zur avancierten Sprachvernebelung, der die geneigte Hörerschaft zur genuinen Reflexion über das Wesen von Klang, Text, und Performance zwingt – natürlich begleitet von monströsen Bassläufen und hinreißenden Ska-Offbeats. Eine obligate Hörpflicht für jene, die das Extravagante schätzen und in einem diabolisch-genialen Crossover aus Techno und kabarettistischem Destruktivismus aufgehen."
Cabalistus von Meinhardt in „AudioOcculta – Das verborgene Klangorgan“, 2025
Lyrics:
Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid.
Bürsten mit schwarzen Borsten bürsten besser als Bürsten mit weißen Borsten.
Zwischen zwei Zwetschgenzweigen sitzen zwei zwitschernde Schwalben.
Fischers Fritz fischt frische Fische. Frische Fische fischt Fischers Fritz.
Sieben Schneeschipper schippen sieben Schippen Schnee.
Der schnelle Schlitten schnitt in schnellen Schnitten Schnee.
Die Katze tritt die Treppe krumm, die Katze tritt die Treppe krumm.
Zehn zahme Ziegen zogen zehn Zentner Zucker zum Zoo.
Ich breche deine Zunge, Junge.
Ich breche deine Zunge, Junge.
Brautkleid bleibt Brautkleid, Blaukraut bleibt Blaukraut.
Kleine Kinder können keine kleinen Kirschkerne knacken.
Der dicke Dachdecker deckt dein Dach, drum dank dem dicken Dachdecker, der dein Dach deckt.
In Ulm, um Ulm und um Ulm herum.
Es klappert die Klapperschlang’, bis ihre Klapper schlapper klang.
Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen, fliegen Fliegen Fliegen hinterher.
Schlüpft der Floh aus dem Flohsack, schlägt der Flohsack den Floh platt.
Die Karpfen kilbern im Karpfenteich, Karpfen kilbern gar gern.
Ich breche deine Zunge, Junge.
Ich breche deine Zunge, Junge.
Schneiders Scheren schneiden scharf, scharf schneiden Schneiders Scheren.
Klare Kohle kann Knaben keine Kunst kaufen.
Drei Hexen hexen heiße Soßen. Welche Hexe hext die heißeste Soße?
Am Zehnten des Zehnten um zehn Uhr zehn zogen zehn zahme Ziegen zehn Zentner Zucker zum Zoo.
Die Schweizer Scheune schützt Schweizer Schinken scheußlich schlecht.
Auf den sieben Robbenklippen sitzen sieben Robbensippen, die sich in die Rippen stippen, bis sie von den Klippen kippen.
Die Putzfrau putzt partou nicht pinke Porzellanpudel.
Fünf freche Frösche fressen frische Fliegen.
Ich breche deine Zunge, Junge.
Ich breche deine Zunge, Junge.
Schwarz schwimmt der Schwan, wenn er schwimmen kann.
Schnecken erschrecken, wenn sie in Ecken mit Schnecken verrecken.
Die Bäcker backen braunes Brot, braunes Brot backen die Bäcker.
Wenn grau-grüne Gräser gern gruseln, gruseln grau-grüne Gräser gar grausam.
Tacha, Klaus! Klatsch mal kläglich die klapprige Klangschale.
Gerda grub grad grinsend griesgrämigen Grünkohl.
Rutsch rüber, Rutger, rutsch rasch rund ins Rutschehaus!
Bunte Bienen bauen bunte Bienenhäuser bei Bananenplantagen.
Ich breche deine Zunge, Junge.
Ich breche deine Zunge, Junge.
Outro
Knusprig knabbern knackige Knirpse knackige Knusperkekse.
Quakende Quallen quellen quer über die Quelle.
Stotternde Stare starten stark schwankend in den Sturm.
Sechshundertsechsundsechzig Schotten schossen sechshundertsechsundsechzig Schüsse.
Ort: | Am Wriezener Bhf, Berlin, Deutschland, Europa |
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Datum: | Jan 2025 |
Musik-Genre: | Electronic > Techno, German > Party Musik |
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Lyrics-Sprache: | Deutsch |
Thema der Musik: | Party / Feiern |
Stimmung: | Fröhlich |
Gesang: | Männliche Gesangsstimme |
BPM (Beats per Minute): | Schnell (120-180 BPM) |
Instrumentierung: | Tasteninstrumente > Synthesizer, Sonstige > Drum Machine/Sampler |
Aufnahmequalität: | MP3 (192 kbps) |
Eingesetztes Musik-KI-Modell: | Suno v4 |
Eingesetztes Text-KI-Modell: | o1 |
Cover-Stil: | Illustration |
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Cover-Requisiten: | Kopfhörer, DJ-Mischpult |
Ausdruck der Cover-Person(en): | Engagiert |
Eingesetztes Bild-KI-Modell / Stil: | Midjourney 6.1, DALL-E 3 via ChatGPT |